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01.02.2017

In 16 Tagen von Spanien nach Westafrika – Meyle-Azubi Niklas Arndt berichtet vom Abenteuer „Dust & Diesel“-Rallye

Zwei Kontinente, fünf Länder, 3.000 Kilometer – Die „Dust & Diesel Rallye“ entlang der afrikanischen Westküste war für Niklas Arndt, Auszubildender zum Betriebswirt im Außenhandel bei der MEYLE AG, ein unvergleichliches Abenteuer. Insgesamt 16 Tage lang war er mit einem Mercedes Benz W124 von Spanien über Marokko bis Mauretanien unterwegs, bis er am 15. Januar 2017 das Ziel im Senegal erreichte. Um das Fahrzeug für die anspruchsvolle Strecke fit zu machen, wurde der Mercedes zuvor von den Auszubildenden der MEYLE AG mit Meyle-Produkten instand gesetzt. Unter anderem wurden hochwertige Glühkerzen, Motorlager, Federbeinstützlager, Stoßdämpfer, Luftfilter und Querlenker aus dem Meyle-Sortiment eingebaut.

Nach der Rallye wurden die Fahrzeuge (insgesamt nahmen 30 Fahrzeuge an der Rallye teil)  für einen guten Zweck versteigert, der gesamte Erlös von mehr als 25.000 Euro geht an ein deutsch-mauretanisches Kinderhaus für benachteiligte Kinder (www.aepn.de). Was Niklas Arndt auf dieser Reise erlebt und gesehen hat, lesen Sie in seinem Reisetagebuch.

 

Tag 1: Tarifa – Fés 

Zwei Tage nach der Ankunft in Spanien klingelte der Wecker um 5 Uhr, denn um 6 Uhr ging es für alle im Konvoi los zur Fähre – die Rallye sollte offiziell starten! Nach den Einreise-Kontrollen musste jedes Team alleine den Weg nach Fès finden, was mangels Beschilderung in der Innenstadt von Tanger nicht ganz einfach war. Nach einer kurzen Pause im wunderschönen Rif-Gebirge war der erste Zwischenstopp in Chefchaouen, der blauen Stadt. Da wir aber alle vor Dunkelheit ankommen wollten, ging es bald weiter Richtung Fès. Angekommen auf dem Zeltplatz bauten wir unser Camp für die nächsten zwei Nächte auf. 

 

Tag 2: Pausentag in Fés

Nach dem anstrengenden ersten Reisetag wurde ein Ruhetag in Fès eingelegt. Eines der Autos lief seit gestern nur noch auf drei statt vier Zylindern und musste deswegen in die Werkstatt. Wir haben uns an diesem Tag die Altstadt Medina angeschaut, die aus zahlreichen verwinkelten schmalen Gassen besteht. 

 

Tag 3: Fés – Marrakesch

Nach einer sehr kalten Nacht brachen wir wieder früh auf. Da es gefroren hatte, mussten wir sogar die Scheiben freikratzen! Insgesamt lagen an diesem Tag 500 Kilometer vor uns. Es ging über Ifrane und den mittleren Atlas nach Marrakesch. Für uns bedeutete das: viele Serpentinen und schwer einsehbare Kurven. 

 

Tag 4: Pausentag in Marrakesch 

Neujahr war ein Pausentag, den wir zuerst auf dem Campingplatz verbrachten, wo einige Teams ihre Autos reparieren oder auch leichter machen mussten. Unser „Wüstenschiff“ mit den MEYLE-Teilen fuhr allerdings noch ohne Probleme, sodass wir uns am Nachmittag den Markt in der Altstadt und die Medina anschauten. 

 

Tag 5: Marrakesch – Guelmim 

Über den Tizi N'Test Pass führte uns der Weg von Marrakesch durch den hohen Atlas. Als gegen 7 Uhr die Sonne aufgegangen war, waren wir bereits in den Bergen und schlängelten uns bergauf vorbei an Eselkarren, Kleinlastern und langsameren Mitfahrern auf steinigen Straßen mit steilen Kurven. Oben angekommen erwartete uns ein atemberaubender Blick ins Tal. Über Agadir führte uns die heutige Etappe nach Guelmim und von da aus zum etwa 30 Kilometer entfernten Fort Bou Jerif mitten in der Wüste. 

 

Tag 6: Guelmin – Laayoune 

In einem kleinen Konvoi ging es durch ein trockenes Flussbett 15 Kilometer vorbei an Kamelen zurück zur Teerstraße. Die technisch anspruchsvolle Piste mit großen Steinen und Abfahrten forderte unser Auto nun richtig heraus. Danach führte die Straße schnell zum Atlantik, verlief dann an der Küste durch das Tor zur Sahara in Tan-Tan immer weiter durch die Wüste bis zur Westsahara. Zwischendurch wurde es auf Sandverwehungen rutschig – eine ganz besondere Erfahrung, die mit unserem MEYLE-„Wüstenschiff“ aber kein Problem war. 

 

Tag 7: Laayune – Dakhla

Die heutige Strecke: 500 Kilometer durch den westlichen Teil der Sahara. Auf der meist schnurgeraden Asphaltstraße durch die Wüste gab es außer ein paar Dromedaren hauptsächlich Sand und Gestrüpp zu sehen. Ab der Hälfte der Strecke war plötzlich ein lautes Klackern im Auto zu hören. Am Straßenrand diagnostizierten wir mit Hilfe eines anderen Teams eine defekte Einspritzdüse. Da eine Reparatur am Straßenrand unmöglich war, fuhren wir langsam und vorsichtig bis Dakhla. Dort konnten wir den Schaden dann schnell beheben. 

 

Tag 8: Dakhla 

Der heutige Pausentag begann mit einer Probefahrt, die zeigen sollte, ob unser „Wüstenschiff“ nach der Reparatur wieder fit ist. Nach einigen Kilometern entlang der Atlantikküste funktionierte immer noch alles einwandfrei. Andere Teams hatten nicht so viel Glück und kämpften mit ihren Dieselfiltern, gebrochenen Federn, abgerissenen Auspuffen und platten Reifen, die sie in örtlichen Werkstätten reparierten.  

 

Tag 9: Daklahr – Nouadhibou

Der Weg von Dakhla nach Nouadhibou führte uns zunächst zur mauretanischen Grenze. Die Einreise nach Mauretanien dauerte fast den ganzen Tag, und unser Visum erhielten wir schließlich am Flughafen. 

 

Tag 10: Nouadhibou

Heute sind wir mit allen Teilnehmern in das Kinderhaus in Nouadhibou gefahren, dem das Geld aus dem späteren Autoverkauf zugutekommen wird. Ein beeindruckender Tag, der allen Teilnehmern noch einmal den Zweck der Rallye und die Gesamtsituation vor Augen führte – der Besuch war für alle Teilnehmer sehr bewegend. In dem Kinderhaus werden Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren mit Nachhilfe, Sportangeboten, Mahlzeiten und Unterricht unterstützt. Als wir ankamen, wurden wir mit Gesang wärmstens empfangen und hatten danach Zeit, mit den Kindern zu spielen. Mit gemeinsamen Fuß- und Basketballturnieren – bei denen wir gegen die Locals natürlich keine Chance hatten – ließen wir den Tag ausklingen. 

 

Tag 11: Nouadhibou – Wüste 

Morgens ging es endlich los – das erste Mal ohne Piste in die Wüste! Nach 200 Kilometern hieß es: runter von der Straße, Reifendruck auf einen Bar und im losen Konvoi hintereinander her. Neben offenen Flächen, auf denen der Boden hart und staubig war, konnte in der nächsten Sekunde eine Düne oder ein bewachsenes Weichsandfeld kommen. Hier mussten wir besonders vorsichtig fahren, um uns nicht einzugraben. 

 

Tag 12: Wüste – Wüstenstrand

Heute brachen wir um 7 Uhr unser Wüstencamp ab und fuhren in der Kolonne weiter durch die Wüste in Richtung Meer. Es gab wieder reichliche Tiefsandfelder zu durchqueren, bei welchen unsere Fahrzeuge zu kämpfen hatten. Glücklicherweise blieb keiner stecken. Wir erreichten ein Fischerdorf, in dessen Nähe wir auf die Ebbe warten mussten, um über eine Düne auf den Strand fahren zu können. Nach der erfolgreichen Überfahrt erblickten wir eine atemberaubende  Kulisse am Wüstenstrand, welcher wir ca. 75 Kilometer entlang von Dünen, Fischerbooten, Pelikanen und dem atlantischen Ozean folgten. 

 

Tag 14: Wüstenstrand Nouakschott 

Das Camp für die Nacht zuvor lag auf einer Düne direkt am Meer, die für einige Autos eine echte Herausforderung war: Bevor wir losfahren konnten, mussten einige Fahrzeuge ausgebuddelt und herausgeschoben werden. Unser „Wüstenschiff“ konnte sich aber aus eigener Kraft und mit viel Drehzahl aus der Düne befreien. Nun ging es weitere 30 Kilometer am Strand entlang, bis wir zu einer Engstelle gelangten. Dort mussten die Autos mit viel Geschwindigkeit und mit schiebenden Helfern durchmanövriert werden. Nun ging es auf Asphalt weiter bis nach Nouakschott. 

 

Tag 15: Autoverkauf in Nouakschott 

In Nouakschott wurden die Autos der Rallye für einen guten Zweck verkauft. In der sengenden Mittagssonne wurde hart verhandelt, um gute Preise für das Kinderhaus der AEPN herauszuschlagen. Unser MEYLE-Mercedes brachte nach langen Verhandlungen knapp 1.000 Euro ein – der beste Preis für einen W124 mit gleicher Motorgröße. Insgesamt wurden für die 30 Fahrzeuge mehr als 25.000 Euro bezahlt. Mit dem Erlös kann das mauretanische Kinderhaus die Kosten für insgesamt acht Monate decken. 

 

Tag 16: Noukaschott – St. Louis

Um 5 Uhr hieß es „Abfahrt!“. Nachdem wir Nouakschott hinter uns gelassen hatten, begann eine der gefährlichsten, aber auch schönsten Strecken des West-Sahara-Highways. Metertiefe Schlaglöcher sowie Schotterpisten waren bei noch nicht aufgegangener Sonne schwer zu erkennen und sorgten bei einigen Autos für platte Reifen und gerissene Domlager. Dafür wurden wir allerdings mit malerischer Landschaft im Sonnenaufgang belohnt. Wir erreichten am frühen Mittag die Grenze, an der wir unsere Autos schweren Herzens stehen lassen mussten und an den Käufer übergaben. Im Anschluss ging es in das wunderschöne Camp Zebrabar, wo am nächsten Tag die Abschiedsfeier stattfand.

Weiter Bilder finden Sie als Download hier. 

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